Warum Philosophen, Wissenschaftler und Gelehrte die Alexander-Technik schätzten
- Thomas Hirt
- 10. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Warum berühmte Philosophen, Wissenschaftler und Schriftsteller wie Aldous Huxley, John Dewey, George Coghill, Charles Sherrington, Nicholaas Tinbergen und Raymond Dart die Alexander-Technik begeistert unterstützten – mit Zitaten und Hintergrundwissen.

Die Alexander-Technik ist eine Methode, um ungünstige Reaktionsmuster auf die vielschichtigen Anforderungen des Lebens zu verändern. Sie arbeitet über den Körper am ganzen Menschen. Dadurch schafft sie eine nachhaltige Grundlage für Gesundheit, Lernen, Kreativität und persönliche Reifung. In einer Alexander-Technik-Stunde werden uns ungünstige Muster bewusst und neue Wahlmöglichkeiten eröffnen sich. Gleichzeitig übersetzt die Alexander-Technik Erkenntnisse aus Neurophysiologie, Anatomie und Lernforschung in praktische, alltagstaugliche Anwendungen die in den Alltag integriert werden können.
Bereits im frühen 20. Jahrhundert zog sie die Aufmerksamkeit zahlreicher bedeutender Denker und Wissenschaftler auf sich – Menschen, die ihr Leben der Erforschung des menschlichen Verhaltens, des Nervensystems und der Bildung gewidmet hatten.
Im Folgenden erfährst du, warum Persönlichkeiten wie Aldous Huxley, John Dewey, George Coghill, Charles Sherrington, Nicholaas Tinbergen und Raymond Dart die Alexander-Technik als revolutionären Beitrag zur menschlichen Entwicklung bezeichneten.
Dieser Artikel verbindet wissenschaftliche Hintergründe und Zitate, um zu erklären, warum die Alexander-Technik auch heute noch zukunftsweisend ist.
Aldous Huxley – Schriftsteller und Visionär

Aldous Huxley (1894–1963), Autor von Schöne neue Welt, war einer der einflussreichsten Schriftsteller und Kulturkritiker des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich intensiv mit Wahrnehmung, Bewusstsein und Lebensführung auseinander. Huxley war selbst Schüler von F. M. Alexander und beschrieb die Alexander-Technik als ganzheitlichen Weg zu körperlicher und geistiger Erneuerung.
Sie [die Alexander-Technik] gibt uns all das, wonach wir in einem System körperlicher Erziehung gesucht haben: die Befreiung von Belastungen, die aus Fehlanpassungen entstehen, und die daraus resultierende Verbesserung der körperlichen und geistigen Gesundheit …
“It [the Alexander Technique] gives us all things we have been looking for in a system of physical education: relief from strain due to maladjustment, and consequent improvement in physical and mental health…“ (1)
Huxley empfand die Methode als tiefgreifende und nachhaltige Entlastung von unbewussten Spannungsmustern. Für ihn förderte sie eine harmonischere Verbindung von Körper und Geist, was sich positiv auf Gesundheit und Kreativität auswirkte.
John Dewey – Bildungspionier und Philosoph

John Dewey (1859–1952) gilt als einer der wichtigsten Denker der modernen Pädagogik. Sein zentrales Thema war die Frage: Wie können Menschen lernen, bewusster, reflektierter und selbstbestimmter zu handeln? Seine Ideen prägen bis heute unser Verständnis von Demokratie, Bildung, Erfahrungslernen und kritischem Denken. Dewey begleitete Alexanders Arbeit jahrzehntelang und schrieb mehrere Vorworte zu seinen Büchern.
Die Technik Mr. Alexanders verhält sich zur Bildung in derselben Weise, wie sich Bildung zu allen anderen menschlichen Tätigkeiten verhält.
“It (the technique of Mr. Alexander) bears the same relation to education that education itself bears to all other human activities.“ (2)
Er sah in der Alexander-Technik eine praktische Umsetzung seiner eigenen Philosophie: bewusstes Innehalten, Selbstbeobachtung und ein konstruktiver Umgang mit Gewohnheiten. Dewey war über 30 Jahre Schüler Alexanders – ein außergewöhnlich deutliches Zeichen der Wertschätzung.
George E. Coghill – Neurowissenschaftler der frühen Moderne

George E. Coghill (1872–1941) war ein bedeutender amerikanischer Anatom und Neurowissenschaftler. Er zeigte, dass Bewegungskoordination bei Wirbeltieren nicht aus isolierten Reflexen entsteht, sondern aus ganzheitlichen neuromuskulären Mustern.
Alexanders Methode erfasst den Menschen als Ganzes, als ein sich selbst vitalisierendes Wesen. Sie konditioniert und schult die Reflexmechanismen neu und bringt deren gewohnte Reaktionen in eine normale Beziehung zur Funktionsweise des Organismus als Ganzem. Ich betrachte diese Methode als durch und durch wissenschaftlich und pädagogisch fundiert.
“Alexander's method lays hold of the individual as a whole, as a self-vitalising agent. He reconditions and re-educates the reflex mechanisms and brings their habits into normal relation with the functioning of the organism as a whole. I regard this method as thoroughly scientific and educationally sound.” (3)
Coghill sah in der Alexander-Technik eine praktische Anwendung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse: eine Methode, die deutlich macht, dass „der Organismus als Einheit funktioniert“ – nicht als Summe einzelner Teile.
Sir Charles Sherrington – Nobelpreisträger der Neurophysiologie

Charles Sherrington (1857–1952), Nobelpreisträger und einer der Begründer der modernen Neurophysiologie, erforschte die Funktionsweisen des Nervensystems, Reflexe und motorische Kontrolle. Seine Arbeiten bilden wesentliche Grundlagen dessen, was wir heute über Körperkoordination wissen.
Alexander hat dem Fachgebiet (Neurophysiologie) einen großen Dienst erwiesen, indem er beharrlich jede Handlung als Ausdruck des ganzen integrierten Menschen, des gesamten psycho-physischen Wesens, behandelt.
“Alexander has done a service to the subject by insistently treating each act as involving the whole integrated individual, the whole psycho-physical man.” (4)
Sherrington erkannte, dass Alexanders Methode exakt jene Prinzipien praktisch umsetzt, die er wissenschaftlich beschrieben hatte: bewusste Hemmung, koordinierte Gesamtorganisation des Körpers und die Überwindung automatischer Fehlreaktionen.
Nicholaas Tinbergen – Nobelpreisträger und Mitbegründer der modernen Verhaltensforschung

Nicholaas Tinbergen (1907–1988), Nobelpreisträger und Mitbegründer der modernen Verhaltensforschung, beschäftigte sich eingehend mit Stress, Anpassungsfähigkeit und menschlichem Wohlbefinden. In seiner Nobelpreisrede widmete er der Alexander-Technik unerwartet viel Raum.
Wir beobachten bereits – mit wachsendem Erstaunen – sehr deutliche Verbesserungen in so unterschiedlichen Bereichen wie Bluthochdruck, Atmung, Schlaftiefe, allgemeiner Heiterkeit und geistiger Wachheit, Widerstandskraft gegenüber äußeren Belastungen und sogar in so einer verfeinerten Fähigkeit wie dem Musizieren.
“We already notice, with growing amazement, very striking improvements in such diverse things as high blood pressure, breathing, depth of sleep, overall cheerfulness and mental alertness, resilience against outside pressures, and in such a refined skill as playing a musical instrument.“ (5)
Tinbergen hob besonders hervor, dass die Alexander-Technik wissenschaftlich überprüfbare Ergebnisse liefern könne – eine bemerkenswerte Aussage in einem nobelpreisgekrönten Vortrag.
Raymond A. Dart – Anatom und Entdecker des Australopithecus

Raymond A. Dart (1893–1988), Anatom und Paläoanthropologe, revolutionierte unser Verständnis der menschlichen Evolution, etwa durch seine Entdeckung des Australopithecus africanus.
Die elektronischen Verfahren (der Elektromyographie und Elektroenzephalographie) haben Alexanders Einsichten bestätigt und die Technik beglaubigt, die er in den 1890er-Jahren entwickelte, um sowohl durchschnittlichen als auch hochqualifizierten Erwachsenen beizubringen, sich ihres schlechten Körpergebrauchs bewusst zu werden, ihre Einschränkungen zu überwinden und dadurch einen besseren – das heißt zunehmend kompetenten – Gebrauch ihrer selbst zu erreichen, sowohl körperlich als auch geistig.
“The electronic facilities (of electromyography and electroencephalography) have confirmed Alexander's insights and authenticated the technique he discovered in the 1890s of teaching both average and skilled adult individuals to become aware of their wrong body use, how to eliminate handicaps and thus achieve better (i.e. increasingly skilled) use of themselves, both physically and mentally.“ (6)
Dart sah in der Alexander-Technik eine anatomisch fundierte Methode, die den natürlichen Gebrauch des Körpers wiederherstellt und an grundlegende biologische Gesetzmäßigkeiten anknüpft.
Was all diese Persönlichkeiten an der Alexander-Technik faszinierte
Die Alexander-Technik betrachtet den Menschen und seine Bewegung ganzheitlich, nicht mechanisch oder als Summe von Einzelteilen.
Sie gilt als wissenschaftlich fundiert und steht in enger Übereinstimmung mit zentralen Erkenntnissen aus Neurowissenschaft, Anatomie, Verhaltensforschung und Pädagogik – was viele dieser Persönlichkeiten ausdrücklich hervorhoben.
Sie lehrt die bewusste Fähigkeit, innere Muster zu hemmen, statt automatisch zu reagieren – ein Konzept, das sowohl neurophysiologisch als auch philosophisch bedeutsam ist.
Sie verbindet praktisches Körperlernen mit größerer geistiger Klarheit und bewusster Selbstführung.
Sie zeigt, wie Haltung, Denken und emotionale Muster untrennbar miteinander verbunden sind – ein Gedanke, der in moderner Neurowissenschaft und Psychologie erst viel später an Bedeutung gewann.
Sie schafft verlässliche Bedingungen für Lernen und Veränderungen
Sie führt zu nachweisbaren Verbesserungen in Gesundheit und Wohlbefinden
Sie löst tief verankerte Spannungs- und Stressmuster und fördert natürliche, integrierte Koordination
Alexander-Technik Einzelstunden und Workshops auf www.alexandertechnik.wien
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Quellenverzeichnis

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